102 4 PROGNOSEBERICHT 4.1 STRATEGISCHE ZIELSETZUNG Wir konzentrieren uns auf den Ausbau unserer wissen- schaftsmedizinisch orientierten Kompetenzen und bleiben einer der großen Klinikbetreiber in Deutschland. Unsere hohen Investitionen, die aus den Überschüssen unserer Kli- niken finanziert wurden, bilden die Basis für eine nachhalti- ge, effiziente und damit auch bezahlbare klinische Versor- gung. Dabei gehen wir bewusst auf die tatsächlichen Patientenbedürfnisse ein und schaffen die Voraussetzungen für eine patientennahe und offene Medizin von morgen. Auch künftig wird ein qualifiziertes internes und externes Wachstum der bestimmende Faktor für die Entwicklung des Konzerns sein. Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedin- gungen im Gesundheitswesen ist internes Umsatzwachs- tum nur in Grenzen möglich. Nicht außer Acht lassen werden wir die qualitative und quantitative Verbreiterung unseres Leistungsangebots an bereits bestehenden Standorten. Zusammen mit Koopera- tionspartnern wollen wir in unseren Regionen ein flächen- deckendes Versorgungsnetz aufbauen. Wir werden in unserem Konzern konsequent den Wissens- transfer zwischen dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie unseren anderen Wissenschaftsstandorten weiter fördern. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, die Eingang in Diagnose- und Therapieverfahren gefunden ha- ben, sollen schnellstmöglich allen unseren Kliniken zugäng- lich gemacht werden. 4.2 KONJUNKTUR UND RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Die Aussicht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist nach den jüngsten Ereignissen in Europa ungewiss. Der Wirtschaftsausblick im Eurogebiet ist mit sei- nen Risiken weiterhin abwärtsgerichtet. Führende Wirt- schaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass im Euro- gebiet das Bruttoinlandsprodukt weiter leicht sinken wird. Eine dauerhafte Stabilisierung sei nur möglich, wenn in den Ländern die geplanten Reformen tatsächlich erfolgreich greifen und sich die politische Lage beruhigt. Die gesetzlichen Krankenkassen und der Gesundheitsfonds erzielen nach Prognosen für das Jahr 2013 weiterhin Re- kordüberschüsse. Bedingt durch den demografischen Wandel in der Bevölke- rung erwarten wir für das laufende Jahr 2014 und die kom- menden Jahre eine weiter steigende Nachfrage von Kran- kenhausleistungen. Diese wird allerdings den Kliniken nicht vollständig vergütet, da für nachgefragte und erbrachte Mehrleistungen ­ unabhängig davon, ob vereinbart oder nicht vereinbart ­ nach den bekannten gesetzlichen Be- stimmungen Preisabschläge hinzunehmen sind. Auf der Kostenseite rechnen wir auch im Jahr 2014 mit deutlichen Lohn- und Sachkostensteigerungen von über 2% bis 3%, denen auf der Erlösseite kein entsprechender Ausgleich gegenübersteht. Die Vergütung der Krankenhäuser hat sich zwar durch die Anfang August 2013 verabschiedete Neuregelung zum Ori- entierungswert leicht verbessert. Der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) aus der Entwicklung verschiedener Kostenkomponenten zu ermittelnde Orientierungswert soll den Spielraum der Preisanpassung für Krankenhausleistun- gen vorgeben. Ursprünglich sollte er die Grundlohnrate als Bemessungsgrundlage vollständig ablösen. Die Neurege- lung sieht nun aber den Abgleich von Orientierungswert und Grundlohnrate vor ­ der höhere Wert kommt zum Tra- gen. Für das Jahr 2014 wird es die Grundlohnrate sein. Zusätzlich müssen die Krankenhäuser im Geschäftsjahr 2014 auf sogenannte Mehrleistungen, die mit den Krankenkassen vereinbart wurden, einen Abschlag von 25% hinnehmen. Für nicht vereinbarte Mehrleistungen sehen die gesetzli- chen Regelungen Abschläge von 65,0% vor. Bei Preissteige- rungen am oberen Ende der ursprünglich angenommenen 2,0% bis 3,0% für Personalkosten und einer in den landes- weiten Basisfallwerten enthaltenen gekappten Preissteige- rungsrate ergeben sich weitere Ergebnisbelastungen, die entsprechend kompensiert werden müssen.
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