BERICHT DES VORSTANDS UNTERNEHMENS- VERANTWORTUNG KONZERN IN BEWEGUNG KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS 105 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT ben zu prüfen, muss jedes Unternehmen im Konzern seine Risiken kontinuierlich überprüfen, bewerten und an geän- derte Bedingungen anpassen. Akut auftretende Risiken, die den Bestand eines Unternehmens gefährden können, sind wie bisher auch direkt und schnellstmöglich dem Vorstandsvorsitzenden zu melden. Unser Risikomanagementprozess Das Risikomanagement umfasst eine Reihe von Prozessen, mit deren Hilfe Risiken, die die Verwirklichung der Ziele und Chancen des Unternehmens gefährden können, erfasst, bewertet und gesteuert werden können. Der Risikomanage- mentprozess umfasst die Risikoidentifikation, Risikoanalyse und -bewertung, Risikosteuerung und -bewältigung, Risiko- überwachung und Risikokommunikation. Die Risikoidentifikation dient der Identifizierung der relevan- ten Risiken und der Erfassung dieser im Risikomanagement- system. Die Identifikation der Risiken erfolgt durch im Vor- feld festgelegte Verantwortlichkeiten. Die Risikoidentifikation ist aufgrund der sich ständig ändernden Verhältnisse und Anforderungen eine kontinuierliche Aufgabe. Risikoidentifi- kation und Chancenerkennung sind deshalb bei uns in die geschäftsüblichen Arbeitsabläufe integriert, denn nur Chan- cen und Risiken, die wir kennen, können wir auch steuern. Primäres Ziel der Risikosteuerung ist, unter Abwägung der damit verbundenen Chancen, die Risikominimierung, wenn möglich die Risikovermeidung. Die Bewertung erfolgt nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens und der möglichen monetären Auswirkung des Risikos (Schadenshöhe) unter Erläuterung der Bewertungsannahmen und die Ableitung von Maßnahmen zur Risikosteuerung. Möglichkeiten der Risikosteuerung und -bewältigung sind die Risikovermei- dung, die Risikoverminderung, die Risikoüberwälzung oder die Risikoakzeptanz. Dabei sind die in Betracht gezogenen Maßnahmen unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten ab- zuwägen und so zu wählen, dass hierdurch die zu erwarten- de Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe in die unternehmenseigenen Grenzen der Risikotoleranz gelenkt werden. Im Rahmen der Risikoüberwachung werden die Umsetzung eingeleiteter Maßnahmen und deren Auswir- kungen geprüft. Die Ergebnisse des Risikomanagement- prozesses werden zu den festgelegten Terminen zur Verfü- gung gestellt. Durch eine zeitnahe, offene interne und externe Kommunikation schaffen wir Vertrauen und die Basis für Selbstkritik und kontinuierliches Lernen. 5.1.2 Risiken Unter Risiken verstehen wir Ereignisse und mögliche Ent- wicklungen innerhalb und außerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG, die sich negativ auf die Erreichung der gesetzten Unter- nehmensziele, die künftige Aufgabenerfüllung sowie auf Qualität und Reputation der RHÖN-KLINIKUM AG auswirken können. Nicht alle Risiken sind gleich wichtig. Um eine effiziente Risi- kobewältigung zu gewährleisten, wird eine systematische Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Die Risi- kobewertung erfolgt durch Ermittlung der Eintrittswahr- scheinlichkeit und der möglichen monetären Auswirkung des Risikos unter Berücksichtigung von bereits bestehen- den und geplanten Maßnahmen. Die Klassifizierung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung erfolgt mittels einer Risikomatrix in jeweils drei Stufen: niedrig, mittel, hoch. Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einer hohen Auswirkung stufen wir als bestandsgefähr- dend ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit klassifizieren wir eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit von größer 30 % sowie eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von größer 70%. Die Auswirkung ist bei uns klassifiziert, indem eine mittlere Auswirkung bei größer 0,5 Mio. beginnt und eine hohe bei größer 1,5 Mio. . Auswirkung hoch mittel niedrig niedrig mittel hoch Eintrittswahrscheinlichkeit Als Gesundheitsdienstleister setzen wir uns mit einer äu- ßerst komplexen Risikolandschaft auseinander. Faktoren, wie die ordnungspolitischen und gesetzlichen Rahmenbe- dingungen, der zunehmende Kosten-, Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck innerhalb der Branche oder die stei- genden Ansprüche der Patienten eröffnen nicht nur Chan- cen, sondern bergen auch Risiken. Betriebswirtschaftliches Potenzial und bestehende Risiken sind im Krankenhaussek- tor in der Regel durch langfristige Zyklen geprägt. Kurzfristi- ge Änderungen des Marktumfelds bilden daher eher die Ausnahme.
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